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„Auf zu neuen Wundern“ – Mit AIDAmira auf Premierenreise nach Südafrika & Namibia

 Beim Check-In in Kapstadt bekommt jeder Gast ein Lanyard mit dem Schriftzug: „AIDAmira – Auf zu neuen Wundern!“ Die Freude istgroß, die Spannung noch größer, denn die Schlagzeilen der letzten Wochen waren eher negativ als positiv.  Viel wurde versprochen: Neue Destination und neues Schiff – zumindest fast! AIDAmira ist im November 2019 zwar als neues Schiff in der Flotte von AIDA Cruises getauft worden, hat jedoch schon 20 Jahre lang als Costa neoRiviera die Welt bereist.

23.12.2019, 10 Uhr morgens. Nach zwei Tagen individuellem Vorprogramm in Kapstadt war es endlich soweit: Es ging an Bord von AIDAmira zur ersten richtigen Kreuzfahrt mit Gästen – man könnte fast von einer Jungfernfahrt sprechen. Gäste waren zwar schon auf Mallorca im Rahmen der Welcome Cruise an Bord, jedoch wurde diese Reise nicht angetreten und die Transreise nach Kapstadt sogar einen Tag vor Beginn abgesagt. Gut also, dass es dann am 23.12. endlich losging.

Stolz gingen wir mit dem AIDAmira-Lanyard als erste Gäste an Bord und freuten uns, in den nächsten zwei Wochen Land & Leute kennenzulernen – so wie es AIDA Selection verspricht. Von Kapstadt aus führte die Reise zu den südafrikanischen Häfen Port Elizabeth, Durban und East London. Außerdem standen in der zweiten Woche die namibischen Häfen Walvis Bay und Lüderitz auf dem Fahrplan. Bis auf Durban auch für mich alles neue Häfen, sodass die Freude groß war.

Ein erster Rundgang nach Boarding zeigte, dass sich offensichtlich einiges getan hatte während der Transreise nach Kapstadt, die ohne Gäste stattfand und die Zeit zur Renovierung genutzt wurde. Insbesondere die Außenbereiche haben ein optisches Facelift bekommen, wenn sie auch immer noch nicht perfekt sind. Vieles wird noch im laufenden Betrieb nachgebessert, manches wird auch so bleiben. Es ist eben kein Neubau und das wird an vielen Stellen sichtbar. Die Urlaubsfreude wird in meinen Augen dadurch jedoch nicht eingeschränkt – besonders wenn man bedenkt, dass das Schiff 20 Jahre alt ist.

Die öffentlichen Innenbereiche machen da einen deutlich besseren Eindruck. Die Bars, Restaurants und auch Durchgangsbereiche wurden spürbar modernisiert und ausgebessert. Bei einem Besuch einiger Bars, wie z.B. das Café Mare, vermittelt das Ambiente den Eindruck eines Neubaus. Leider zieht sich dieser Eindruck eben nicht durch das komplette Schiff, da unter anderem einige Kabinengänge und auch Kabinen nur geringfügig renoviert wurden.

Unsere bezogene Junior-Suite 1062 auf Deck 10 machte einen guten und frischen Eindruck. Helle Farben, viel Stauraum und bequeme Betten auf der einen Seite, ein weniger frisch wirkendes Badezimmer mit Badewanne auf der anderen Seite. Grundsätzlich aber vollkommen in Ordnung und akzeptabel. Großer Vorteil aller Suiten und Junior-Suiten: Das Frühstück und Abendessen ist im gehobenen Selection-Restaurant mit Service am Platz bereits im Reisepreis enthalten. Dies soll zunächst auf die Premieren-Saison in Südafrika begrenzt sein, kann sich jedoch abhängig von den ersten Erfahrungen noch ändern (Stand 01/2020).

Um 21 Uhr ertönte dann erstmals die Auslaufmusik aus den Bordlautsprechern und AIDAmira nahm Kurs auf den ersten Hafen dieser Reise: Port Elizabeth. Vorher jedoch wurde am Seetag an Bord Heiligabend gefeiert. Das Highlight dieses Abends war die emotionale Weihnachtsgala im Theater mit dem Kapitän Nicola Dolfi aus Italien. Gemeinsam wurden Weihnachtslieder gesungen, bevor es anschließend eine Santa-Poolparty gab, bei der das weihnachtliche Flair schnell wieder verschwand – schade…

Pünktlich um 8 Uhr des nächsten Morgen erreichte AIDAmira Port Elizabeth. Der erste von vielen Erstanläufen dieser Reise, die überwiegend geordnet und reibungslos waren – mit einer Ausnahme aber dazu später mehr. Der heutige Tag stand im Sinne der faszinierenden Elefanten in Südafrika, denn es ging mit einem Ausflug zum Addo Elephant Park, der ungefähr eine Stunde vom Schiff aus entfernt liegt. Vorher zeigte uns die Stadtführerin die Highlights der Stadt Port Elizabeth selbst, die nicht wirklich überzeugend waren. Ein Ausflug in die Umgebung ist also definitiv empfehlenswert. So ging es dann auch weiter zum besagten Elefantenpark – ohne Garantie auf Sichtung der Tiere.

Schon bei der Einfahrt in den Park wurde klar: Wir haben riesiges Glück! Am ersten Wasserloch standen schon zahlreiche Elefanten und genossen ihr Schlammbad unter der afrikanischen Sonne. Bei angenehmen 25 Grad ging es nun also auf „Safari“ – leider im Reisebus. Das war zwar vorher bekannt, jedoch ist eine Fahrt im offenen Geländewagen einfach etwas schöner und intensiver. Nichtsdestotrotz ist es eine großartige Fahrt, denn die Elefanten hatten einen guten Tag und zeigten sich aus nächster Nähe. Absolut beeindruckende Tiere, die jedoch auch mit Vorsicht zu genießen sind.

AIDAmira nahm am Abend Kurs auf Durban – den östlichsten Hafen dieser Reise. Ein weiterer Seetag bot genügend Zeit, um das Schiff entspannt zu genießen. Besonders angenehm war, dass in der ersten Woche nur etwa 700 Gäste an Bord waren, denn die andere Hälfte der Gäste stieg erst in der Mitte der Reise dazu, als wir wieder Kapstadt erreichten. Genügend Platz auf dem Pooldeck, in den Restaurants und auch im Theater. Circa 450 Crew Mitglieder sorgen sich in der ersten Woche also um das Wohl der 700 Gäste – dies ist sonst eher ein Privileg der Premium-Reedereien.

Eine richtige Safari im offenen Geländewagen stand nun in Durban an – im Tala Naturreservat. Die Big Five kann man hier nicht sehen, da die Artenvielfalt beschränkt ist, dafür aber ist die Tiersichtung garantiert wird. Auf etwa 3000 Hektar Fläche verteilt leben Giraffen, Zebras, Nashörner, Flusspferde und viele weitere Tiere, die sich alle sehr fotogen präsentierten. Etwa zwei Stunden ging die Pirschfahrt, die sehr kurzweilig und spannend war.

Im nächsten Hafen East London stand ein Besuch bei den Einheimischen an. Der Reisebus brachte uns zum Stamm der Xhosa, wo uns ein schöner Nachmittag bereitet wurde. Groß und Klein waren eingebunden und führten landestypische Aufführungen auf, brachten uns Sitten und Riten näher und speisten anschließend zusammen mit uns in einer der Hütten des Dorfes. Insbesondere die Kinder waren sehr offen und besonders gastfreundlich. Zwar bekam man einen guten Eindruck von dem Leben der Xhosa, jedoch war dieses Dorf natürlich touristisch und auf solche Ausflüge abgestimmt. Das Gefühl im Rahmen einer AIDA Selection Kreuzfahrt Land & Leute kennenzulernen war jedoch definitiv aufgekommen.

Mit einem weiteren Seetag ging es weiter zurück nach Kapstadt, wo AIDAmira in der Mitte der Reise anlegte, um somit Ausflüge anzubieten und gleichzeitig einen Teil der Passagiere zu wechseln. Kapstadt war definitiv eines der ganz großen Highlights auf dieser Route, denn diese Stadt und ihre Umgebung hat unglaublich viel zu bieten. Fußläufig erreichbar ist die traumhafte V&A Waterfront, die tagsüber und auch abends einen Besuch wert ist. Von hier aus starten auch die Helikopter Rundflüge, die absolut empfehlenswert sind – zumindest bei klarer Sicht. Im Rahmen meines kurzen Vorprogramms habe ich einen 25-minütigen Rundflug gemacht und war absolut begeistert von der Landschaft mit dem Tafelberg als markantes Highlight. 189€, die in dem einmaligen Erlebnis gut investiert sind.

Ebenfalls von der Waterfront aus kann der Hop-on-Hop-off Bus für einen fairen Preis genutzt. werden. Insgesamt werden vier verschiedene Routen angeboten, von denen ich die blaue Route gefahren bin, die in 2,5 Stunden einmal um den Tafelberg herum, entlang der Küste und auch durch die Stadt führt. Die rote Route führt auch direkt zur Talstation des Tafelbergs, der übrigens auch im Paket mit der Rundfahrt buchbar ist.

Was darf natürlich auch nicht fehlen bei einem Besuch Kapstadts? Richtig, das Kap der Guten Hoffnung oder auch „Cape of Good Hope“ auf Englisch. Mit einem AIDA-Ausflug ging es für mich also über den Chepman´s Peak Drive entlang der einmaligen Küste zum südlichsten Punkt Afrikas. So glauben zumindest die Meisten, denn es ist nicht der südlichste Punkt – diesen bildet das Kap Agullas etwa 35 Kilometer südlicher gelegen. Nach dem Besuch des Kaps ging es weiter zum Boulders Beach – besser bekannt als Pinguin Strand. Hier gibt es Hunderte bis Tausende afrikanische Pinguine, die ein Sonnenbad genießen und sogar regelmäßig eine Runde schwimmen gehen. Total verrückt mit etwas Antarktis-Feeling.

Nach den Erlebnissen in Kapstadt war es Zeit für eine zweite Woche an Bord von AIDAmira, die in Richtung Norden entlang der namibischen Küste führte. Das Ablegen in Kapstadt gegen 11 Uhr vormittags – nach einem Face-Check bei den Behörden – war ein absoluter Traummoment. Die Kulisse des Tafelbergs mit der Skyline und der umliegenden Landschaft entfernte sich am Horizont, während neben dem Schiff ein Schwarm Delfine in den Wellen spielte – herrlich!

      Am Abend näherte sich das Jahr 2019 allmählich dem Ende zu, da dies der Silvesterabend auf See war. Nach einer Show im Theater ging es ab 20:30 mit Live-Musik auf dem Pooldeck weiter, bis dann kurz vor Mitternacht die AIDA Stars und der Kapitän auf die Bühne kamen, um gemeinsam in das neue Jahr zu starten. Auf ein Feuerwerk auf hoher See verzichtet AIDA aus Sicherheitsgründen – alternativ gab es etwas Pyrotechnik auf dem Pooldeck. Bis dahin war der Abend im Vergleich zu bisherigen Silvesterabenden auf Schiffen leider eher ruhig und etwas enttäuschend. Nach Mitternacht hingegen hat der DJ mit der Poolparty die Stimmung richtig angefacht, sodass bis tief in die Nacht gefeiert und getanzt wurde – quasi der Retter der Nacht…

Die Zeit auf See bis Namibia war sonnig und sehr angenehm. Genügend Zeit, um den modernisierten Wellness-Bereich zu nutzen, etwas Sport zu treiben oder auch die Restaurants zu probieren, denn hier hat sich eine große Neuerung bei AIDA ergeben:

Das Explorer Restaurant ist das neue Hauptrestaurant an Bord, das nun Service am Platz mit inkludierten Tischgetränken bietet. Jeden Tag gibt es eine wechselnde Karte, die um täglich angebotene Klassiker ergänzt ist und zusätzlich ein Vorspeisen- und Käsebuffet verfügbar ist. Hier sollte also für jeden Gast etwas dabei sein. Zwar war das Servicepersonal insbesondere zu Stoßzeiten fast schon überfordert, hier ist AIDA nach der ersten Reise nun aber informiert und möchte dementsprechend Unterstützung anfordern – so wurde es mir an Bord zumindest mitgeteilt.

Zusätzlich gibt es auch den Klassiker in der Kussmund-Flotte: Das Markt Restaurant. Deutlich kleiner, weniger Auswahl, dafür aber trotzdem geschmacklich nicht weniger gut. Schließlich gibt es nun mit dem Explorer-Restaurant eine sehr gute Alternative, sodass es von den AIDA-Gästen gelernt werden muss, auch den Service am Platz zu genießen und nicht nur in das Buffet-Restaurant zu gehen. Als kleine Buffet-Alternative ist auf dem Pooldeck noch der Pool-Grill mit Pizza und Burger verfügbar – also eher für den kleinen Hunger zwischendurch.

Nicht ganz neu in der Flotte, dafür aber mit einem anderen Konzept ist das Selektion-Restaurant an Bord verfügbar. Für Suiten-Gäste aktuell bereits im Preis enthalten und für Gäste herkömmlicher Kabinen mit 25 € pro Person und Abend ergänzend buchbar. Hier wird ein 3-Gänge-Menü am Platz serviert, das durch ein Vorspeisen- und Salatbuffet ergänzt ist. Beim Hauptgang gibt es die Auswahl aus zwei Variationen – meist Fisch oder Fleisch. Von der Qualität meistens überzeugend, jedoch auch nicht immer hervorragend gewesen ist mit Luft nach oben. Darüber hinaus gibt es noch das Buffalo Steak House an Bord, das bei beiden Besuchen mit sehr aufmerksamen Service und sehr gutem Essen mein persönliches Lieblingsrestaurant an Bord ist – leider gegen Aufpreis.

Nach den Seetagen machte AIDAmira zum ersten Mal in Walvis Bay in Namibia fest. Ein FaceCheck zur Einreise ist obligatorisch, der jedoch leider von AIDA sehr ungünstig geplant wurde und es somit zum Chaos an Bord kam. Bei einer „Jungfernfahrt“ ist dies jedoch zu entschuldigen und so versprach der Hotel Director auch per Kabinenbrief ein optimiertes Verfahren für das nächste Mal. Alle Ausflüge warteten immerhin auf den letzten Gast, sodass niemand auf die Erlebnisse an Land verzichten musste.

Zwei Tage standen uns nun in Walvis Bay zur Verfügung, sodass ich am ersten Tag einen Ausflug in die faszinierende Namib-Wüste unternahm. Mit dem Geländewagen führte dieser Ausflug durch die steinige und trockene Landschaft, die schirr unendlich groß wirkte. In einer Mittagspause stärkten wir uns, um nachmittags bereit zu sein für die „Dune 7“ – die wohl siebthöchste Sanddüne weltweit. Die 15 Minuten für den Fotostopp reichten natürlich nicht aus, um einmal nach ganz oben zu klettern – oben waren wir trotzdem, da der Fahrer des Geländewagens schon nicht ohne uns losfahren würde. Der Aufstieg ist sehr anstrengend aber dennoch absolut lohnenswert. Herab ist dann auch deutlich schneller und einfacher.

Am nächsten Tag in Walvis Bay ging es wieder mit dem Geländewagen in die Wüste – diesmal jedoch genau in die andere Richtung, wo eine ganz andere Art der Wüste auf uns wartete. Unendlich weite Sanddünen, die überraschend hoch waren. Die rasante Fahrt führte bis hoch auf die höchsten Dünen und anschließend auf direktem, also sehr steilem Wege, die Dünen geradeaus wieder herunter. Sehr beeindruckend! Der Ausflug hieß „Sandwich Harbour im Geländewagen“ und kostete 159€ – viel Geld aber absolut lohnenswert!

  Den letzten Hafen Lüderitz erreichte AIDAmira dann am folgenden Tag gegen 9 Uhr morgens. Für mich der einzige Hafen dieser Reise, in dem ich auf eigene Faust an Land gegangen bin, um mich dort selbst umzusehen. Viel hat Lüderitz, eine ehemalige deutsche Kolonie, nicht zu bieten, zwei Stunden kann man aber dennoch gemütlich durch den Ort schlendern und etwas Heimatfeeling spüren, wenn die Einheimischen teilweise auf Deutsch grüßen. Die deutsche Verbindung ist dort an vielen Stellen spürbar. Alternativ bietet sich von hier aus auch ein Ausflug in die Geisterstadt „Kolmanskop“ an.

Ein letzter Seetag an Bord bietet sich gut an, ein Fazit zu ziehen: AIDAmira ist keine typische AIDA. Baulich anders aufgebaut, ein neues Restaurantkonzept und von der Gestaltung her eher gediegen als knallig bunt. Für viele eine positive, für andere eine negative Überraschung. Mir persönlich gefällt die Gestaltung und das Konzept des Schiffes gut und unter der Tatsache, dass das Schiff bereits seit 20 Jahren auf den Meeren unterwegs ist, sind insbesondere die öffentlichen Innenbereiche sehr gut gelungen. Auf dem Pooldeck gibt es noch etwas zu tun, dann wird auch dies sehr schön sein und auch die Abläufe werden sich mit den nächsten Reisen weiter einspielen, sodass AIDAmira in wenigen Wochen ein noch besseres Schiff wird als sie es jetzt schon is

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Maritime Grüße
Fa
bian Betzendahl